Das linke Paradox

autonome_linkeDie politische Linke, wenn man von ihr als Entität sprechen möchte, hat sich in ihrer Historie eigentlich um die Emanzipation des Menschen verdient gemacht. Emanzipation des Individuums – Die Befreiung des Geistes von religiösen Dogmen, von Patriarchat und von sozialer Ausgrenzung und Unterdrückung. Die Linken waren mal die Vorkämpfer für die Rechte der Schwachen. Sie kämpften für die Arbeiter, die Bauern, die Frauen und später auch für die Homosexuellen, Transsexuellen und vor allem für die Kinder. Die politische Linke setzte oft Impulse in Richtung Gleichberechtigung und Freiheit. Ja selbst die Idee des Nationalstaates und der Nation selbst als Gemeinschaft, sind eigentlich liberal-linke Schöpfungen, die den alten Konservativen entgegen gesetzt wurden. Das waren nämlich alles Monarchien und/oder Vielvölkerstaaten. Absurd, ich weiß. Man stelle sich vor, die ganzen Antifaschisten und Piraten von heute wüssten, dass der Nationalstaat eigentlich keine Schöpfung der „rechten Konservativen“, sondern der linken Reformer war. Hegel sprach von Volksgeist, von Volk und Staat und Johann Gottlieb Fichte nannte die Nation als Gemeinschaft von Gleichen. Überhaupt fußen letztendlich auch jakobinische Ideen der französischen Revolution: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit – auf den Ideen eines Nationalstaates als Gegenentwurf zur Hegemonie der Könige und Reichen.

Aber wo die Linken einst die Vertretung der Emanzipation und der Schwachen waren, sind sie heute alles andere als das. Die politische Linke ist ein Paradoxon, das seinesgleichen sucht.

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