Ermittlungen nach Landfriedensbruch

asyl_cover KopieBerlin Mitte. Am Freitag Nachmittag kam es in Moabit zu einem Landfriedensbruch. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen sich kurz vor 17 Uhr auf dem Gelände der Zentralen Aufnahmeeinrichtung des Landes Berlin für Asylbewerber vor einer Absperrung etwa 600 Personen befunden haben. 15 Personen begaben sich dann in den abgesperrten Bereich und wurden von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes aufgefordert, den Bereich zu verlassen. Zwölf Personen folgten der Aufforderung. Die verbliebenen drei Personen wurden dann mehrmals aufgefordert den Bereich zu verlassen. Zum Schluss verblieb noch ein Mann im abgesperrten Bereich, der diesen nicht verlassen wollte. Daraufhin sollen Security-Mitarbeiter versucht haben, den Mann aus dem Bereich zu schieben. Im weiteren Verlauf soll der Mann die Hand des Angestellten weggeschoben und diesen am T-Shirt ergriffen haben, woraufhin Kollegen des Angestellten den Mann zu Boden brachten. Kurz darauf soll ein Mann auf die rund 600 Personen eingewirkt und sie lautstark aufgefordert haben, sich das Vorgehen nicht gefallen zu lassen. Danach kam es zu Stein- und PET-Flaschenwürfen aus der Menge. Des Weiteren wurde mit Schuhen und Obst nach dem Sicherheitspersonal geworfen, so dass sie sich in das Gebäude zurückziehen mussten.

Eine Funkwagenbesatzung, die sich bereits auf dem Gelände befand, konnte die aufgebrachte Menge nicht beruhigen und forderte Verstärkung an. Nach Eintreffen der Unterstützungskräfte beruhigte sich die Situation. Kurz darauf erkannten Polizisten den mutmaßlichen Anstifter wieder und nahmen ihn vorläufig fest. Dabei wurden die Einsatzkräfte von einer Personengruppe bedrängt und angegriffen. Drei Männer traten besonderes aggressiv an die Beamten heran, in dem sie brüllten und die Hände zu Fäusten ballten. Die Einsatzkräfte setzten daraufhin Mehrzweckstöcke ein, um die Angreifer zurückzudrängen. Ein Beamter gab einen Strahl aus dem Reizstoffsprühgerät auf diese Gruppe ab. Nach dem Hinzuziehen weiterer Unterstützungskräfte konnte die Lage auf dem Gelände schnell beruhigt werden.

Der Festgenommene im Alter von 22 Jahren wurde zur Gefangenensammelstelle gebracht und nach erkennungsdienstlicher Behandlung wieder entlassen. Ihn erwartet unter anderem ein Verfahren wegen Landfriedensbruchs.

Der 29-Jährige, der von Sicherheitsmitarbeitern zu Boden gebracht worden war, klagte später über eine Kopfverletzung. Wie es zu dieser kam, ist derzeit unklar. Nach einer ambulanten Behandlung konnte der Verletzte das Krankenhaus wieder verlassen.

Ein 26-Jähriger, der die polizeilichen Maßnahmen behindert hatte, wurde nach erfolgter Identitätsfeststellung vor Ort wieder entlassen.

Insgesamt waren 180 Polizeibeamte im Einsatz. Drei Polizisten wurden leicht verletzt und verblieben im Dienst. Die Ermittlungen dauern an.

Pressemitteilung der Polizei Berlin

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