Angebliche Attacken auf „Pressevertreter“: Verhandlungsauftakt gegen Nationalisten

vXmOMjmHZiemlich viel Trubel gab es am Donnerstag (18. Juni 2015) beim Dortmunder Amtsgericht: Ein nationaler Aktivist musste sich dort verantworten, da ihm zwei Strafbefehle zugestellt wurden, in denen ihm Übergriffe auf (tatsächliche und vermeintliche) Pressevertreter vorgeworfen wurden, gegen die der Betroffene Widerspruch eingelegt hat. Zur Hauptverhandlung erschienen insgesamt gut dreißig Zuschauer, die sich zu ungefähr gleichen Teilen aus Anhängern des rechten und linken Spektrums zusammensetzten. Dieser unerwartete Andrang führte dazu, dass zunächst ein größerer Verhandlungssaal gefunden werden musste, um die Verhandlung mit Verspätung zu eröffnen.

Konkret vorgeworfen wird dem Nationalisten, im Anschluss an eine Kundgebung der Partei DIE RECHTE, die am 23. August 2014 an der Kampstraße stattfand und von schweren Ausschreitungen durch Linksextremisten überschattet wurde, einen Reporter der Bildzeitung „geschubst“ zu haben, so dass dieser zu Boden fiel. Weiterhin soll der Aktivist nach einer Bürgerversammlung im Januar 2015 in Eving das Mobiltelefon der Grünen-Stadträtin Ulrike Märkel heruntergedrückt haben, als diese gerade dabei gewesen sei, Fotos anzufertigen. Der Angeklagte ließ sich zu letzterem Vorwurf ein und erklärte, dass es sich hierbei um gezielte Potraitaufnahmen gehandelt habe, bei denen ihm das Mobiltelefon quasi ins Gesicht gehalten wurde – er hätte sich dagegen bloß wehren wollen Durch die vernommenen Zeugen, Frau Märkel und eine Bekannte von ihr, wurde zwar eine weitaus dramatischere Version vorgetragen, bei welcher die Grünen-Politikerin sogar am Kragen gepackt und bedroht worden sein will, doch ein Aktenvermerk eine Polizeibeamtin, die seinerzeit die Anzeige aufnahm, stützt die Schilderung des Angeklagten und lässt die Aussagen der beiden Zeuginnen zumindest in Teilen unglaubwürdig erscheinen. Wesentlich glaubwürdiger war dagegen der vernommene Reporter der Bildzeitung, welcher den Vorfall schilderte, bei dem er zu Boden gefallen war: Er sei geschubst wurden, nachdem er in der Abmarschphase der Versammlung Fotos Angeklagten angefertigt habe, zu Boden gefallen, aber nicht nennenswert verletzt worden.

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