Polen für die Post!

vXmOMjmHWie das SWR eben in seiner Nachrichtensendung berichtete, will die Deutsche Post die Auswirkungen des Warnstreikes durch polnische Paketzusteller ausgleichen. Diese würden über eine Tochtergesellschaft von DHL “freiwillig” die Arbeit leisten, selbstverständlich bei voller Erstattung für Wohnung und Verpflegung am neuen Arbeitsplatz. Was es mit diesen “Tochtergesellschaften” auf sich hat, weiß jeder “Postler” genau. Denn schon seit Jahren ist es im Postgewerbe, egal ob bei der Deutschen Post oder den vielen kleinen “Konkurrenzen” üblich, so die Löhne zu drücken. Nicht selten geschieht das durch Angestellte aus Osteuropa. Oft gleich durch mehrere “Subunternehmer” die alle ein bis zwei Jahre wechseln und damit auch jedes Mal der Arbeitsvertrag – bei sinkendem Lohn natürlich! Am Ende fahren viele Briefzusteller über 10 Stunden Täglich für weniger als 1000€ Netto Monat für Monat durch die Straßen. Der Leistungsdruck ist natürlich trotzdem enorm. Denn die Postsendungen müssen ja spätestens nach 48 Stunden beim Empfänger sein. Und das bei Wind und Wetter! Das jedenfalls sind die Erfahrungen des Autors dieser Zeilen, der einige Jahre als “Bezirksvorbereiter” bei einem kleinen Postunternehmen in der Rhein-Neckar-Region gearbeitet hat. Bis die Filiale zugunsten eines Subunternehmers mit fast ausschließlich osteuropäischen Angestellten geschlossen wurde. Bei der Deutschen Post mag das noch etwas besser aussehen, in persönlichen Gesprächen mit Briefträgern erfährt man aber auch hier schockierendes. Das sind die Folgen der Privatisierung des Postsektors und der grausamen Realität des Kapitalismus, der eben nur Profit kennt.

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